Liebessucht, oder…

Leidvolle/ Toxische Beziehungen

Hier zunächst einige Anzeichen dafür, ob Du Dich in einer toxischen, leidvollen Beziehung befindest:

  • Phasen von Nähe und Leidenschaft sowie Distanz und Ablehnung wechseln sich ab
  • Dein Partner verhält sich schwankend /undurchschaubar / rätselhaft.
  • Du hast ein seltsames Bauchgefühl.
  • Du befindest Dich in einer ON/ OFF Beziehung.
  • Du empfindest ein extrem intensives Gefühl der Verliebtheit, dass es fast schon „weh“ tut.
  • Dein Partner enttäuscht Dich immer wieder und Du verzeihst ihm immer wieder.
  • Du bist unruhig und ständig angespannt, schläfst schlecht.
  • Deine Gedanken kreisen ständig um den Partner und Du bist kaum noch in der Lage zu arbeiten oder mit Freunden Spaß zu haben.
  • Du wartest ständig auf eine Nachricht vom Partner und wenn eine Nachricht kommt, bist Du gleich in purer Aufregung.
  • Wenn sich Dein Partner nicht meldet, fühlst Du Dich schlecht und Du leidest leidest.
  • Vergnügen und Freizeitaktivitäten, die Dir früher Freude bereitet haben, machen keinen Spaß mehr.
  • Deine ganze Freizeit wird nach Deinem Partner geplant. Meldet sich der Partner spontan für ein Date, sagst Du alle für Dich bereits geplanten Aktivitäten zugunsten Deines Partners ab.
  • Du leidest unter der ständigen Angst Deinen Partner zu verlieren und überlegst was Du noch besser machen könntest oder falsch gemacht hast.
  • Du empfindest die Beziehung als etwas „GANZ BESONDERES“ weil sie sich ja so LEIDENschaftlich anfühlt.
  • Du glauben, dass Dein Partner Dein „Seelenpartner“ ist.
  • Du wartest, hoffst und bangst darauf, dass sich Dein Partner endlich richtig für Dich entscheidet oder, dass er sich ändert und endlich erkennt, was er an Dir hat?

Ja...wie sollte es denn richtig sein?

Jede Liebesbeziehung beginnt mit einer Phase der Verliebtheit. Das ist wunderschön und auch aufregend. Aber irgendwann geht diese Verliebtheit nach und nach in eine tiefe Liebe über, die sich ruhiger und stabil anfühlt. In einer guten Beziehung sollten Sie sich ruhig und entspannt anfühlen. In einer sicheren Beziehung kann man sich auch mal zurücklehnen, vertrauen, sich um die eigenen Interessen kümmern, da man GENAU WEISS, dass man vom Partner geliebt wird.

Trifft das hier auf Dich zu?:

In toxischen, leidvollen Beziehung ist das nicht möglich. Diese Sicherheit und Verbindlichkeit kommt einfach nicht auf. Diese Beziehung kommt über den Punkt der anfänglichen Verliebtheit gar nicht darüber hinaus. Sie bleibt in diesem ständigen Hype, in der Unsicherheit: „Will mich der Andere nun oder nicht?“ „Bin ich seine Traumfrau, oder nicht?“ Das kommt daher, dass der Partner sich ambivalent verhält und sich nicht zu 100% zu der Beziehung bekennt. Er sagt vielleicht große Worte, dass er dies und jenes für Sie empfindet, aber seine Taten sprechen eine andere Sprache z.B., dass er nie Zeit hat oder immer wieder was dazwischen kommt. Das heißt: heute gibt der Partner Gas und überschüttet Sie mit Liebe und Aufmerksamkeit und hebt Sie in den Himmel, dass Sie wie auf Wolken schweben. Und in ein paar Tagen/Wochen ist der Partner plötzlich still, zieht sich zurück, meldet sich nicht mehr oder sagt Dates ab. Nichts scheint mehr von seiner Begeisterung übrig geblieben zu sein. Das alles löst in Ihnen eine Art Panik aus, dass der Partner ja wieder aus Ihrem Leben gehen könnte (nachdem es ja für einige Tage wie im Himmel war…) und das Feuer der Leidenschaft wird immer wieder angefacht. Sie sehnen sich nach den High-Gefühl vom Anfang und wollen das zurück. Es wechseln sich Phasen von ON /OFF oder hin und her ab. Es gibt immer wieder mal ein High, aber die Tiefphasen von Rückzug werden immer öfter und länger. Während die Hochphasen immer kürzer und seltener werden. Es ist wie bei einer Droge. Man hängt „an der Nadel“, ständiges Verlangen nach dem nächsten Rausch, der nächsten SMS, die nächste Liebesnacht. Die Droge ist der Partner. Aber alles fühlt sich soooo aufregend und schrill an. Und Sie denken vielleicht an Seelenverwandtschaft, da sich diese Beziehung so intensiv und wie etwas ganz Besonders anfühlt. Nun ist aber diese scheinbare Dauer-Verliebtheit mit der Zeit ziemlich ungesund. Dieses „Verliebt sein“ ist ganz unromantisch gesagt eigentlich ANGST!! Es ist die Angst, den anderen doch wieder zu verlieren, die Angst, vielleicht doch nicht attraktiv genug für den Partner zu sein. In gesunden Beziehungen wie gesagt, am Anfang ganz normal. Nur in toxischen Beziehung wird die Verlustangst immer wieder angeschürt, durch das widersprüchliche Verhalten des Partners. Der ständige Angstpegel sorgt dafür, dass der Körper dauerhaft mit Adrenalin überschüttet wird. Kurzfristig ist Adrenalin kein Problem, aber langfristig führt es zu Unruhe, Konzentrationsstörungen, erhöhter Schreckhaftigkeit und das Immunsystem wird immer schwächer.

Warum ist das so?

Gründe dafür können eine BINDUNGSANGST sein oder auch NARZISSTISCHE PERSÖNLICHKEITSSTRUKTUREN des Partners. In manchen, besonders leidvollen Fällen kann es sich auch um eine BODERLINE STÖRUNG beim Partner handeln. Wir wollen hier aber nicht dem Partner eine Diagnose aufdrücken. Darum geht es auch gar nicht. Zu erkennen, dass der Partner ein Bindungsproblem hat, ist der erste Schritt. Es ist gut sich mit diesen Problemen/Störungen anfangs zu beschäftigen um diesen ganzen Mechanismus zu verstehen. Dann ist es aber wichtig, den Blick wieder auf SICH SELBST zu wenden. Wie Sie wissen, gehören zu einer Beziehung immer noch zwei. Es geht eigentlich darum, warum Sie denn an so einen bindungsängstlichen oder narzisstischen Menschen geraten sind? Denn auch Sie haben Anteile in sich, warum Sie wie Magnet und Metall diesen Partner angezogen haben. Auch wenn es von aussen ganz anders aussieht und scheinbar die Gründe nur beim Partner liegen. Das ist aber nie der Fall.

Ja...wie geht`s denn nun weiter mit mir?

Du darfst Dich liebevoll fragen: Warum möchte ich denn mit so einem Menschen zusammen sein, der mich immer wieder verletzt und mich verlässt? Was hält mich in einer Beziehung in der ich immer wieder unglücklich bin? Warum bleibe und hoffe ich, obwohl es ganz offensichtlich Zeit wäre, die Reißleine zu ziehen und sich sogar zu schützen? Es gibt immer eine Ursache, die eine Wirkung hat. Die Ursache liegt in Deiner Kindheit. Dort ist diese Wunde zu finden, warum Du heute in einer leidvollen Beziehung bist. Der Schmerz, den Du heute mit Deinem Partner fühlst, ist uralt. Das leidvolle Gefühl ist exakt das Gleiche, nur dass die “Darsteller” gewechselt haben. Dein inneres Kind kennt diesen Schmerz und denkt: “Das ist mir vertraut, ich kenne das! Das fühlt sich ja wie zu Hause an.” Wenn man in seiner Kindheit immer wieder schmerzhafte Erfahrungen gemacht hat, Eltern nicht verfügbar oder aggressiv waren oder man ständig kritisiert, bestraft und abgelehnt wurde, dann ist es unmöglich, als Erwachsener liebevolle Partnerschaften zu führen. Egal wie Du Dich auch anstrengst! Erst wenn diese Wunde geheilt ist und Du Deinen eigenen Wert erkennst, ist es möglich, echte und erfüllte Beziehungen zu leben.